Pflaster die Zweite PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: hp   
Donnerstag, 29. Juli 2010 um 15:45 Uhr

Es hat sich bestätigt, dass die von der Gemeinde Haselau eigenmächtig veranlasste Verkehrsberuhigung einer öffentlichen Straße mittels hochstehenden unverfugten Pflastersteinen nicht zulässig war. Mittlerweile wurde von der Gemeinde Haselau am Pflaster nachgebessert, so dass nun über eine einvernehmliche Lösung diskutiert werden könnte. Danke!

Wir Radsportler von der Uetersener SG fühlten uns zwar ohnehin nie von der Anti-Radsport-Kampagne angesprochen, da unsere grün-weißen Trainingsgruppen kaum größer als 5 - 10 Leute umfassen und diese umsichtig durch die Dörfer rollen, waren jedoch durch die Pflaster-Schikane ebenfalls fährdet. Ob die Pflasterstreifen jedoch die großen Trainingsgruppen aus Hamburg beeindrucken können oder gar ebenfalls verärgern, bleibt abzuwarten.

Interessant waren die Intervievs mit dem Tourismusverein. Spielten die Rennradfahrer für den Tourismus eine Rolle, sähe die Sache offensichtlich schon anders aus. Aber sind von den mindestens ca. 20.000 Radsportlern aus dem Hamburger Umkreis nicht auch mal welche ohne Rennrad unterwegs - in die Haseldorfer Marsch? 

Auch teilweise haarsträubende Leserbriefe zum Thema Radsport. Es ist doch sehr beunruhigend, wenn Eltern ihre kleinen Kinder auf der Straße spielen lassen und dies allgemein toleriert wird. Bis ein Kind von einem Auto/Motorrad erfasst wird... Ist es gewünscht und zulässig, empfehle ich bei der Straßenverkehrsbehörde für die "Spielbereiche" entsprechende Verkehrszeichen zu beantragen, wie es in anderen Gemeinden üblich ist.

Nachfolgend die Artikel aus den lokalen Tageszeitungen. Zum Lesen anklicken. 

Heiko Plambeck, USG


Uetersener Nachrichten 10.07.2010



 Uetersener Nachrichten 12.07.2010

 


Uetersener Nachrichten vom 13.07.2010

Sie suchen nun das Gespräch

Entscheidung Das Natursteinpflaster auf dem Kreuz- und Audeich muss neu verlegt werden. Von Klaus Plath
Haselau. Gestern war Ortstermin am Audeich/Kreuzdeich. Dort wurde seitens der Straßenverkehrsbehörde und der Polizei begutachtet, ob die verkehrsberuhigenden Maßnahmen in Form von Natursteinpflaster fachgerecht erstellt wurden. Erhebliche Zweifel daran hatten und haben die Radsportler der USG (wir berichteten). Ihre Kritik: Die Fugen sind viel zu breit, und damit die Gefahr des Einfädelns und Stürzens extrem hoch.
Angela Biermann von der Pinneberger Behörde hat gestern entschieden, dass die vier Pflasterabschnitte neu verlegt werden müssen. Auch ihr waren die Fugen zwischen den Natursteinen zu breit. Maximal 15 Millimeter gestattet die Norm. 30 bis 40 Millimeter ist am Audeuch und Kreuzdeich die Realität.
Es muss also nachgebessert werden. Ob dann aber das Ziel, insbesondere Rennradfahrer dazu zu bewegen, in dem bewohnten Bereich langsam zu fahren, bleibt abzuwarten. Von Anwohnerseite wird das bezweifelt. Schon die jetzige Maßnahme wird belächelt. Eine solche Schikane bringe gar nichts, die Rennradfahrer würden weiter rasen und spielende Kinder gefährden. Wird daher Steuergeld verschwendet? Die Radler der Uetersener Sportgemeinschaft sehen das so: „Man hört, die Haselauer haben Kopfsteinpflasterfallen gegen die Rennradfahrerplage herstellen lassen - angeblich von Steuergeldern. Eine innovative Weltneuheit!“, ist auf der Homepage des Vereins zu lesen.
Was sollte also getan werden? Gestern, während der Ortsschau, wurde angeregt, mit den Vereinen, deren Mitglieder die Straßen als Trainingsstrecke benutzen, Gespräche mit dem Ziel zu führen, die Vereinsvorsitzenden oder Abteilungsleiter für die Belange der Anlieger zu sensibilisieren. Die wollen nämlich nichts anderes, als die Gefährdungspotenziale für beide Seiten abzubauen. 30 Stundenkilometer sind auf den beiden Straßen erlaubt. Dieses Tempo sei ungeeignet für die Straße, so eine weitere Argumentation. Erste Stimmen gibt es, die sich für einen verkehrsberuhigten Bereich aussprechen. Ist eine Reduktion auf Tempo vier bis sechs Stundenkilometer für die Verkehrsbehörde vorstellbar? Wer müsste einen solchen Antrag stellen? Ist das nicht möglich? Ein verkehrsberuhigter Bereich sei nicht machbar, rein gestalterisch bekomme man dort keinen verkehrsberuhigten Bereich hin. Eine Beschilderung alleine sei rechtlich nicht zulässig, so Angela Biermann.


Uetersener Nachrichten 13.07.2010, Leserbriefe Anwohner:


Auch die Radwanderer sind nicht amüsiert über die Maßnahmen:

Wedel-Schulauer Tageblatt vom 13.07.2010:

HOLM/HETLINGEN/MARSCH UND GEEST

Haselau: Pflaster sorgt für Zündstoff

13. Juli 2010 | von Christina Prahl

HASELAU. Blitzschnell kommt der Rennradfahrer um die Ecke geschossen. Es rumpelt nur ein wenig, als er den frisch aufgepflasterten Straßenabschnitt passiert. "Der hat noch einmal Glück gehabt", kommentiert Uwe Bichel mit gerunzelter Stirn. Der Elmshorner ist empört. Er fühlt sich in seiner Freiheit als Radler eingeschränkt, hat gar das Gefühl, er sei unerwünscht. Stein des Anstoßes sind die Straßen Kreuzdeich und Audeich in Haselau. Dort hat die Gemeinde an einigen Stellen den Asphalt entfernt und durch Naturpflastersteine ersetzt. "Lebensgefährlich", findet Bichel. An einigen Stellen seien die Fugen so breit, dass Fahrradreifen darin steckenbleiben können.

Seit Wochen gibt es in der Gegend Streitigkeiten zwischen Radfahrern und Anwohnern. Laut Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU) sei es dort immer wieder zu Unfällen gekommen - sowohl zwischen Anwohnern und Rennradfahrern, als auch zwischen Rennradfahrern und anderen Radlern. "Dabei ist es nicht nur bei kleinen Schrammen geblieben. Eine Rentnerin hat sogar auf einem Auge die Sehkraft verloren", bedauert Herrmann. Der Gemeinde sei gar nichts anderes übrig geblieben, als etwas zu unternehmen. "Wir haben die Verpflichtung, auf unseren Straßen für Sicherheit und Ordnung zu sorgen." Die Pflastersteine sollten noch einmal speziell darauf aufmerksam machen: "Hier herrscht Tempo 30 - für Autos ebenso wie für Rennradfahrer."

Eine Ortsbegehung mit dem Kreis Pinneberg, der Polizei und einigen Vertretern der Gemeinde gestern Morgen habe allerdings gezeigt, dass einige Fugen dort tatsächlich zu breit gefasst sind. "Absolutes Maximum ist eigentlich 1,5 Zentimeter. In Haselau waren es teilweise drei Zentimeter", sagt Angelika Biermann von der Straßenverkehrsbehörde. "Wir werden das selbstverständlich nachbessern", verspricht Bürgermeister Herrmann. Schon bald sollten die Steine versetzt und auch die Ansatz-Kante nach unten korrigiert werden.

Herrmann hofft, dass dann Ruhe einkehrt. "Wir wollen schließlich Frieden mit den Radfahrern. Es sind nur die schwarzen Schafe, denen wir auf den Zahn fühlen wollen", so der Bürgermeister. Und: "Wir stehen als Gemeinde in erster Linie hinter unseren Anwohnern. Und die stehen hinter den Pflastersteinen. Sie würden es aber noch lieber sehen, wenn wir mehr Begrenzungen einrichten würden."

Für Bichel völlig unverständlich. Er glaubt, dass in Haselau Unfälle billigend in Kauf genommen werden, nur um die Radler aus den Straßen zu verdrängen. "Wir sind eine große Gruppe, fahren am Wochenende so 40 bis 50 Kilometer", berichtet der passionierte Radler, der lange Zeit in Haselau gewohnt hat. Auch seine Mitstreiter würden "nicht gerade langsam fahren" und hätten teils dünne Reifen an ihren Drahteseln. "Wir fahren jetzt lieber rüber nach Heede. Da gibt es schließlich auch sehr schöne Cafés", sagt Bichel.
 

 


 Uetersener Nachrichten 17.07.2010, Leserbrief Uetersener Sportgemeinschaft, Abt. Radsport: